Abgratpresse

Eine mechanisch oder hydraulisch arbeitende Presse zum Abgraten von Gussstücken insbesondere Druckgussteilen. Bei einer vollautomatisierten Druckgießzelle wird das Gussteil vom Entnahmegerät oder Entnahmeroboter der Abgratpresse zugeführt und mit Hilfe eines Abgrat-Schnittwerkzeuges (Stanzwerkzeuges) entgratet, d. h. es werden Lauf und Überläufe abgestanzt.

Hydraulische 3- oder 4-Säulen-Pressen sind für das Entgratpressen von Druckgussteilen aber auch Kokillengussteilen aus Aluminium, Magnesium und Zink üblich. Beispiele von Abgratpressen zeigen die Bilder 1 bis 6. Die Pressen werden mit verschiedenen Druckleistungen angeboten, so dass dem Gießer für alle Aufgaben das passende Modell und die richtige Größe zur Verfügung steht. Die Baureihen umfassen dabei Modelle bis 150 t Schließkraft zum Stanzentgraten. Beispielhaft sind die technischen Daten einer Abgratpresse in Tabelle 1 angeführt.

Funktionsprinzip

Das Gussteil wird auf das Werkzeugunterteil gelegt, dies kann manuell oder mittels Roboter erfolgen. Durch ein Linearführungs-System kann eine optimale Zugänglichkeit zur automatisierten Be- und Entladung von zwei Seiten gewährleistet werden. Das hydraulisch betriebene Werkzeugoberteil fährt auf das Gussteil, welches mit den integrierten Niederhaltern fixiert wird. Der Übergang auf die Arbeitsgeschwindigkeit erfolgt im gewünschten Abstand, bevor das zu entgratende Teil angepresst wird, ohne Verformungen zu verursachen. Die Schneiden auf dem Werkzeug scheren den unerwünschten Grat vom Gussteil ab (siehe Film 1). Das Gussteil kann nun entnommen werden. Der Abtransport der Späne und des Kreislaufmaterials erfolgt in Richtung der Unterseite der Entgratpresse.

Große Einbauhöhe, sowie ein großer Hub der beweglichen Platte erlauben die Bearbeitung von großen Werkstücken und die Beschickung bzw. Entnahme mittels Roboter.

Moderne Pressen sind mit Roboter-Schnittstellen für die Einbindung in automatisierte Gießzellen oder Vorbearbeitungszellen (Bild 7) ausgerüstet. Die Maschinensteuerung erlaubt dabei eine komfortable Bedienung, einfache Programmierung und Schnittstellen sorgen für eine Kommunikation mit übergeordneten Zellensteuerungen oder Leitrechnern. Es können Zusatzeinrichtungen wie Werkzeugschmierung, Teilekontrolle und Förderbänder angeschlossen werden. Zu den Pressen gehören Entladevorrichtungen oder Wechseleinrichtungen für Stanzwerkzeuge (Bild 8), seitliche Zylindersteuerungen, Ausstoßvorrichtungen, Regelungsanlagen und Peripherieeinrichtungen.



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