Ausfließverfahren

Verfahren zur Untersuchung der Erstarrungsmorphologie.

Bild 1 zeigt das Ausfließverfahren schematisch. Dieses Verfahren hat nur bei Körpern mit einfacher geometrischer Gestalt und bei glattwandig erstarrenden Legierungen Erfolg. Bei den anderen exogenen Erstarrungstypen besteht die Gefahr, dass zwischen den wachsenden Dendriten Schmelze eingeschlossen bleibt und nicht mit ausfließt; bei den endogen Erstarrungstypen werden feste Anteile mit ausgegossen. Ausgekippt wird also nicht das flüssige, sondern das unter dem Einfluss der Schwere bewegliche Metall, und zurück bleibt nicht das feste, sondern das unbewegliche Metall. Eine freigelegte "Grenzfläche" entspricht daher nur bei rein glattwandiger Erstarrung etwa der Grenzfläche fest/flüssig im Augenblick des Auskippens (nach S. Engler und P. Reisener).

Literatur:
Romankiewicz, F., Ellerbrok, R., Engler, S.: "Einfluss einer Kornfeinung mit Zirconium auf Erstarrungsmorphologie, Speisungsvermögen und Festigkeitseigenschaften von Messing CuZn30 und Siliziummessing CuZn15Si4", Gießereiforschg. 39 (1987) Nr. 1, S. 25-33

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