Aussaugvolumen

Reichweite des Lunkers im ordnungsgemäß arbeitenden Speiser.

Dieses sogenannte Aussaugvolumen muss auf ein Maximum erweitert werden. Allerdings ist es aus Gründen der technologischen Sicherheit durch eine optimale Speiserbemessung und -gestaltung dahingehend zu begrenzen, dass die Lunkertiefe im Speiser 80 % der Speiserhöhe nicht überschreitet. Die Bilder 1 und 2 zeigen wie das Aussaugvolumen durch optimierte Speiserformen verbessert werden kann sowie den Effekt von exothermen Materialien hinsichtlich der Aussaugbarkeit. Heute sehr häufig angewandte Minispeiser weisen eine sehr lange Brennzeit auf, d. h. das zur Speisung notwendige Material kann auf ein Minimum reduziert werden bzw. das Aussaugvolumen nimmt maximale Werte an. Somit wird das Ausbringen deutlich gesteigert (Bild 3).

Die Speiserwirkung und damit das Aussaugvolumen ist nur dann gewährleistet, wenn die Schmelze im Speiserkopf während der Gussstückkontraktion Kontakt mit der Atmosphäre behält. Entsteht am Speiserkopf zusammen mit der Erstarrung an der Speiserwand vorzeitig eine dichte, erstarrte Kruste, wird der Kontakt zwischen Speisermetall und Atmosphäre unterbrochen, und der durch den Atmosphärendruck bewirkte Verdrängungseffekt geht verloren. Bei offenen Speisern lässt sich durch Anwendung wärmeisolierender Substanzen oder exothermer Massen der Kontakt mit der Atmosphäre aufrechterhalten, wohingegen geschlossene Speiser im Kopfteil zweckmäßigerweise mit einem porösen Sandkerneinsatz oder einer in den Speiserhohlraum hineinragenden Sandkante (Williamskerbe) zu versehen sind. Diese sogenannten Williamsspeiser werden heute in vielfältiger Ausführung, beispielsweise als Williamsspitze oder -leiste an naturgeformten Speisern, als Williamskerne aus Quarzsand oder exothermer Masse, die auf dem Speisermodell aufgeformt oder in den Speiserhohlraum gesteckt werden, verwendet.

Weiterführende Stichworte:

atmosphärischer Speiser
Blindspeiser
Exotherme Speiser
Isolierender Speisereinsatz
Naturspeiser
Speiserart

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