Farbeindringverfahren

Die Eindringprüfung bzw. fluoreszierende Eindringprüfung ist ein zerstörungsfreies Verfahren zur Erkennung von Oberflächenrissen (s. Riss) und Poren an metallischen und nicht metallischen Werkstücken nach EN 571-1 (Eindringverfahren und Durchführung), EN 3452-2 (Eindringverfahren; Prüfung von Prüfmitteln) und 3 (Eindringverfahren; Kontrollkörper und ihre Verwendung zur Ermittlung und Klassifizierung der Empfindlichkeit von Prüfmittelsystemen).

Die nicht poröse gereinigte Oberfläche wird mit einem farbigen oder fluoreszierenden Kontrastmittel benetzt, das durch die Kapillarwirkung in feinste Risse eindringt. Anschließend folgt eine Reinigung der Werkstückoberfläche. In Vertiefungen durch Risse oder Poren verbliebenes fluoreszierendes Eindringmittel wird durch Bestrahlung mit UV-Licht visualisiert.

Bild 1 zeigt das Farbeindringverfahren schematisch. Bei farbigen Eindringmitteln wird ein so genannter Entwickler aufgetragen, der einen hohen Farbkontrast zum Eindringmittel aufweist, wodurch das in den Vertiefungen verbliebene Kontrastmittel sichtbar wird. Der komplette Prüfablauf umfasst die Reinigung des Werkstücks, die Benetzung mit dem Eindringmittel, gegebenenfalls den Auftrag des Entwicklers und die visuelle Prüfung des Werkstücks.

Die Farbeindringprüfung ist ein Verfahren zur 100-%-Kontrolle von funktions- und sicherheitskritischen Bauteilen aus metallischen Werkstoffen wie Stahl und Aluminium oder nicht metallischen Werkstoffen mit unporöser Oberfläche wie Keramik. Das Verfahren eignet sich besonders für Werkstücke mit komplexer und unregelmäßiger Geometrie. Bei unbearbeiteten Oberflächen sollte die Oberflächenrauigkeit einen Wert von 30 % der Risstiefe nicht übersteigen. Das Verfahren erreicht in etwa der Genauigkeit der Magnetpulverprüfung, eignet sich jedoch auch für nicht magnetisierbare Werkstoffe.

Weiterführende Stichworte:
Rissprüfung
Magnetpulverprüfung
Haarriss, Härteriss, Heißriss, Kaltriss, Warmriss

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