Gießgerechtes Konstruieren

Gießgerechte Ausführung bedeutet eine optimale Gestaltung bzw. Anordnung des Gießsystems (Einguss-Lauf-Anschnittsystem) und der Form bei ausreichend bemessenen Wanddickenverhältnissen.

Die vollständige Füllung unter dem Gesichtspunkt der gerichteten Erstarrung ist dann gewährleistet, wenn jeder Querschnitt am Gussstück eine gleichgroße oder größer werdende Verbindung zu einem Speiser hat (siehe Heuverssche Kreismethode).

So kann das erstarrende Metall in die erstarrenden und schrumpfenden Partien nachfließen und es bildet sich im Inneren des Gussteils kein Volumendefizit. Ungenügende gießgerechte Konstruktion erfordert eine Vielzahl von Speiser (höherer Bedarf an flüssigem Metall = verschlechtertes Ausbringen), Kühlkokillen, spezielle Formstoffe usw. Letztlich wird der gesamte Herstellungsprozess wirtschaftlich ungünstiger. Dicke Partien bringen immer Schwierigkeiten in Bezug auf Speisung mit sich, daher sollen Knotenpunkte nach Möglichkeit aufgelöst werden. Allgemeine Konstruktionsgrundsätze sind im Folgenden genannt und in den Bilder 1 und 2 verdeutlicht:

  • Konstante Wandstärken anstreben (möglichst wenige Speiser)
  • Rippen statt Hohlräume (teure Kerne können vermieden werden)
  • Trennmöglichkeit von Modell und Gussform berücksichtigen
  • Wo Materialanhäufungen unumgänglich sind, durch Weiterführen des Querschnitts für eine Speisermöglichkeit sorgen
  • Nahe beieinander liegende Augen oder abgesetzte Flächen zu ganzen Flächen zusammenfassen
  • Putzaufwand durch putzgerechtes Gestalten senken (beträchtliche Einsparungen sind z.B. durch Anbringen von Putzrippen möglich)
  • Gute Kernlager reduzieren den Ausschuss und ermöglichen der Gussputzerei bessere Zugänglichkeit zum Reinigen des Innenraumes (Durchbrüche und Öffnungen so groß wie möglich)

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