Magnesium-Maschinenofen

Bei Warmkammer-Druckgießmaschinen für Magnesium ist der Maschinenofen Bestandteil des Druckgießaggregates (der Gießeinheit) und unmittelbar an die Maschine angebaut, was beispielhaft in Bild 1 dargestellt ist.

Magnesium-Maschinenöfen ermöglichen das Warmhalten von Magnesiumlegierungen an Warmkammer-Druckgießmaschinen unter kontrollierten und sicheren Bedingungen. Nach dem Einsetzen des Gießbehälters kann das vollautomatische Dosieren der Magnesiumschmelze in eine Warmkammer-Druckgießmaschine erfolgen.

Ausführungen

Magnesium-Maschinenöfen sind als Einkammer- oder Zweikammer-Tiegelöfen ausgeführt, wobei bei letzteren eine getrennte Schmelzkammer und Gießbehälterkammer vorliegen. Eine Zweikammer-Bauweise ermöglicht die Einhaltung eines konstanten Schmelzeniveaus in der Gießbehälterkammer, sodass die Eingießbedingungen an der Druckgießmaschine stabil bleiben.

Magnesium-Maschinenöfen sind üblicherweise mit Elektroheizungen ausgestattet. Eine Prinzipskizze eines elektrisch beheizten Maschinenofens mit eingesetztem Gießbehälter geht aus Bild 2, (Ing. Rauch Fertigungstechnik GmbH) hervor. Bei Zweikammer-Bauweise wird die Schutzgasversorgung (s. Schutzgas bzw. Schutzgas-Gasmischanlage) für die Schmelzkammer und die Gießbehälterkammer getrennt ausgeführt. Wenn keine Flüssigmetall-Beschickung vorgesehen ist, können spezielle Magnesium-Maschinenöfen auch als Schmelzöfen ausgelegt und verwendet werden. In diesem Fall wird der Maschinenofen mit einer höheren Anschlussleistung ausgestattet und es empfiehlt sich, eine Vorwärm- und Beschickungsanlage zur Trocknung und Zuführung der Masseln vorzusehen (s. Magnesium-Masselvorwärmeinrichtung).

Eine Übersicht über die technischen Daten der Öfen eines führenden Herstellers von Magnesium-Maschinenöfen gibt Tabelle 1 wieder.

Einkammerofen


Die Bilder 3 und 4 (Ing. Rauch Fertigungstechnik GmbH) zeigen Einkammer-Tiegelöfen mit unterschiedlicher Schmelzleistung, die in Verbindung mit Warmkammer-Druckgussmaschinen verwendet werden. Der Gießbehälter ist mittels einer Keramik-Dichtschnur luftdicht in die Tiegelabdeckplatte adaptiert, wodurch ein oxidfreies Gießen ermöglicht wird. Beheizt wird der Ofen mit elektrischen Heizregistern. Die Schmelzeoberfläche wird durch eine Atmosphäre aus Schutzgas abgedeckt.

Der Maschinenofen kann entweder manuell oder vollautomatisch mittels einer Magnesium Vorwärm- und Beschickungsanlage (s. Magnesium-Masselvorwärmeinrichtung) beschickt werden.

Zweikammerofen


In Bild 5 (Ing. Rauch Fertigungstechnik GmbH) ist ein Zweikammer-Tiegelofen dargestellt, der in Verbindung mit Warmkammer-Druckgießmaschinen verwendet wird. Aufgrund der erhöhten Schmelzleistung werden bei diesem Ofen langlebige Heizkerzen verwendet, welche ohne Ausbau des Tiegels gewartet werden können.

Die Regelung der Heizelemente erfolgt in zwei getrennten Zonen, dadurch können in der Schmelzkammer und in der Gießbehälterkammer unabhängig voneinander im Temperaturniveau eingestellt werden. Durch die Zweikammerbauweise entstehen auch während des Beschickens keine Verwirbelungen in der Gießbehälterkammer. Die Schmelzeoberflächen werden in zwei getrennten Atmosphären mit Schutzgas abgedeckt, welche getrennt einstellbar sind. Der Gießbehälter ist mittels einer Keramik-Dichtschnur luftdicht in die Tiegelabdeckplatte adaptiert, wodurch ein verunreinigungsfreies Dosieren ermöglicht wird.

In Analogie zum Einkammerofen wird der Zweikammer-Maschinenofen entweder manuell oder vollautomatisch mittels einer Magnesium Vorwärm- und Beschickungsanlage beschickt.

Weiterführende Stichworte:
Magnesium-Schmelz- und Dosierofen
Magnesium-Legierungsanlage
Magnesium-Warmkammerofen

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