Nutzungsgrad

Kennzahl zur Maschinenverfügbarkeit. Der Nutzungsgrad (auch Nutzungsfaktor, Verfügbarkeitsfaktor) ist ganz allgemein die Relation aus einem maximal möglichen und dem tatsächlich erreichbaren Wert einer Bezugsgröße, zum Beispiel ein Maschinennutzungsgrad. Der Nutzungsgrad wird zur Berechnung der Overall Equipment Effectiveness OEE (Gesamtanlageneffektivität GAE) heran gezogen.

Der Nutzungsgrad nach Glg. 1 gibt das Verhältnis von tatsächlicher Nutzungszeit (Nutzungszeit) zu geplanter Nutzungszeit (Belegungszeit) an und dient als Maß für die Verluste aus Ausfallzeiten, Rüst- und Einrichtvorgängen. Da nur die Nutzungszeit wertschöpfend ist und vom Markt vergütet wird, muss es für ein Unternehmen das Ziel sein, diesen Anteil zu optimieren.

Glg. 1:


Dabei ist die Ausfallzeit nach Glg. 2 wie folgt definiert:

Glg. 2:
Ausfallzeit = organisatorische Ausfallzeit + technische Ausfallzeit + Wartungszeit + Testzeit


Die Ausfallzeit der Maschine kann automatisiert im Rahmen der Meldungs- und Statuszeiterfassung direkt aus der Maschinensteuerung (SPS) ermittelt werden. Eine Unterscheidung der Ausfallzeit erfolgt hinsichtlich der Berücksichtigung von Rüst- und Einrichtzeiten. So werden beim NutzungsgradOEE die Rüst- und Einrichtzeiten als organisatorische Ausfallzeit behandelt, während im NutzungsgradNEE die Rüst- und Einrichtzeiten als Produktionszeit angesehen werden.

Die Belegungszeit ist entsprechend der VDI-Richtlinie 3423 als Produkt von Schichtlängedauer in Sekunden mal Anzahl der Schichten innerhalb eines bestimmten Zeitbereichs definiert. Geplante Pausen (der Maschine) werden dabei von der Gesamtschichtlängendauer subtrahiert.

(siehe auch Efficiency Control Cockpit der Fa. Fill GmbH)

Literatur:

VDI 3423 : 2002-01 Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen (Begriffe, Definitionen, Zeiterfassung und Berechnung), Beuth Verlag, Berlin.
VDMA 66412-1: 2009-10 Manufacturing Execution Systems (MES) Kennzahlen, Beuth Verlag, Berlin.
de.wikipedia.org/wiki/Nutzungsgrad

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