Oberflächenblasen

Oberflächenfehler an Gussteilen, welcher sich in meist großflächigen Hohlräumen mit glatten Wänden darstellt (Bild 1). Dieser Fehler kann einzeln oder in Gruppen auftreten.

Ursache sind in jedem Fall eingeschlossene Gase an der Oberfläche des Gussstückes, die oft mit Schlacken oder Oxiden vergesellschaftet sind und gerundete oder längliche Hohlräume ergeben. Dabei sind die Fehlstellen fast immer im Oberkasten der Form, speziell an schlecht zu entlüfteten Stellen (Hinterschneidungen) anzutreffen. Anfälliger sind Gussteile aus Gusseisen mit Lamellengrafit, weniger anfällig jene aus Gusseisen mit Kugelgrafit.

Derartige Gasfehler haben grundsätzlich zwei Ursachen:

1. Die entstehenden Gießgase aus dem Formstoff und der dadurch entstehende Gasdruck nehmen bei ungenügender Gasdurchlässigkeit einen so hohen Wert an, dass die Gase in Form von Blasen in das flüssige Metall eindringen. Ungünstigenfalls wird der Gasdruck dabei durch eindringende Gase von Kernen in den Gusswerkstoff noch verstärkt (siehe Gasblase).

2. Infolge sinkender Löslichkeit scheiden sich die im Gusswerkstoff gelösten Gase während der Erstarrung aus (siehe Wasserstoffporen).

Abhilfe kann durch verbesserte Kernentlüftung und Formentlüftung, Verringerung der Bindermenge im Kernformstoff, teilweises Schlichten der Kerne (Verlangsamung der Aufheizung und damit Reduzierung des Gasdruckes) geschaffen werden. Speziell bei bentonitgebundenem Formstoff sollte durch eine verbesserte Aufbereitung der Wassergehalt auf ein Minimum gesenkt werden.

Bei Kokillen- und Druckguss sind die Entlüftung zu überprüfen und Schmelze- sowie Entgasungsbehandlungen (siehe Rotorentgasung) sorgfältig durchzuführen. Außerdem verlangt Druckguss eine sparsame und sorgfältige Gießkolben- und Formschmierung sowie die Vermeidung von „Überschlagswellen“ durch zu niedrige Kolbengeschwindigkeit im Vorlauf.

Weiterführende Stichworte:

Gussfehler
Formsandbedingte Gussfehler

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