Rekaleszenz


Deutliche Wärmeabgabe bei der Abkühlung eines Stoffes, egal ob fest oder flüssig, welche zu einem Wiederanstieg der Temperatur führt. Beobachtet wird diese Rekaleszens u. a. bei der Erstarrung flüssiger Werkstoffe (z. B. eutektische Erstarrung von Gusseisen) sowie bei Phasenumwandlungen. Wenn die Erstarrung einsetzt wird Kristallisationswärme frei. Dabei handelt es sich um die gleiche Wärme, die als Schmelzwärme (latente Wärem) zugeführt wurde. Durch diese frei werdended Kristallisationswärme erfährt die Schmelze eine Wiederaufheizung, die sich in der Abkühlungskurve als Rekaleszenz (Temperaturanstieg) darstellt. Ist die Erstarrung dann beendet fällt die Temperatur gleichmäßig ab. Mit anderen Worten ist sie der Temperaturanstieg zwischen der unteren und oberen eutektischen Temperatur, also der maximal auftretenden Temperatur während der eutektischen Erstarrung. (Bild 1).

Bei niedriger untereutektischer Temperatur und hoher Rekaleszenz liegt eine schlechte Impfung der Schmelze vor. Bei angemessener hoher untereutektischer Temperatur und gleichfalls hoher Rekaleszenz zeigt sie eine unerwünschte, vorzeitige Graphitbildung an. Dabei wird nicht nur Graphitexpansion in die Schmelze verschwendet, sondern auch noch ein erhöhter Druck auf die Formwand aufgebracht, der ebenfalls der Lunkerung während der Erstarrung zuträglich ist. Eine hohe Rekaleszenz ist somit immer ein Anzeichen für ein Eisen mit hoher Tendenz für Mikrolunker.

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