Tundish-Cover-Verfahren

Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit Kugelgrafit. Es ist eine Weiterentwicklung des Sandwichverfahrens. Hier wird ähnlich wie beim Sandwichverfahren die Magnesiumvorlegierung in eine Tasche geladen und abgedeckt. Um die Oxidation und Rauchentwicklung zu reduzieren, wird die Behandlungspfanne mit einem Deckel verschlossen.

Durch ein beschränktes Sauerstoffangebot während der Reaktion werden zwei wichtige Effekte erreicht:

a) Ein geringes Sauerstoffangebot während der Magnesium-Eisen- Reaktion reduziert wesentlich die Magnesiumoxidation und dadurch die Entwicklung von MgO-Dampf. Entstehender Dampf wird im Pfanneninnenraum gehalten. Dadurch erhöht sich der Magnesium-Partialdruck in der Pfannenatmosphäre. Nur ein kleiner Anteil des Rauches kann in die Umgebungsluft entweichen. Damit können aufwändige Investitionen für Absauganlagen und Filtertechnik eingespart werden.

b) Da weniger Magnesium durch Oxidation verloren geht, zeichnet sich die Behandlung durch einen höheren Wirkungsgrad aus. Das Magnesiumausbringen ist beim Tundish-Cover-Verfahren von allen bekannten Behandlungsarten mit Vorlegierung am höchsten.

Der Pfannendeckel wird meistens mit Klammern, Schrauben oder Keilen auf der Pfanne fixiert. Seltener sitzt der Deckel nur auf der Pfanne auf und hält durch sein Eigengewicht die Pfanne geschlossen. Die Vorlegierung wird durch eine separate Öffnung in die dazu vorgesehene Tasche im Pfannenboden geladen. Eine Abdeckung der Vorlegierung ähnlich wie beim Sandwich-Verfahren ist empfehlenswert. Das Basiseisen fließt durch die Füllöffnung im Deckel in die Pfanne. Da es nicht möglich ist, den Badspiegel in der Behandlungspfanne zu kontrollieren, ist es unerlässlich, das Behandlungsgewicht über eine Waage zu kontrollieren.

Das Tundish-Cover-Verfahren ist derzeit das am meisten verbreitete Behandlungsverfahren.

Weiterführende Stichworte:
Tundish
Tea-Pot-Behandlungspfanne,
Inmold-Verfahren
Georg-Fischer-Konverterverfahren

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