Wasserbadprüfung

Verfahren zur Prüfung der Dichtheit von Gussteilen.

Bei der Wasserbadprüfung oder auch "Fahrradschlauch"-Methode handelt es sich um eine arrivierte und serientaugliche Prüfung. Nach dem Spannen wird dabei das zu prüfende Gussteil abgedichtet, mit
(Über-) Druck beaufschlagt und anschließend in ein Wasserbecken getaucht, wobei das untergetauchte Gussteil meist auch gewendet werden kann (Bild 1, Bild 2).

Bei Vorhandensein eines Lecks treten (Luft-) Blasen aus dem Gussteil aus. Die entstehenden Luftblasen können vom Prüfer detektiert werden und gleichzeitig kann auch das Leck lokalisiert werden. Die Lokalisierung des Lecks stellt eines der Vorteile dieses Prüfverfahrens dar. Es handelt sich jedoch um eine subjektive Prüfmethode, da ein Prüfer die Entscheidung über die Dichtheit bzw. Undichtheit fällt. Die Zuverlässigkeit dieser Prüfung kann sehr hoch sein, was anhand des folgenden Beispiels gezeigt wird: tritt z. B. alle 30 Sekunden ein Luftbläschen aus dem Gussteil aus, entspricht dies einer Leckrate von ca. 1·10−4 mbar·l/s. In der Praxis lassen sich aber aufgrund kurzer Prüfzeiten meist nur weitaus größere Leckagen detektieren.

Eine automatisierte Detektion kann mittels Ultraschall erfolgen. Dabei übernimmt in der Wasserbadprüfung ein Ultraschallsystem die Detektion der bei einem Leck austretenden Luftblasen. Das Prüfverfahren wird dadurch objektiv und sensitiv. Die Auswertung erfolgt über ein Ultraschall-Gasblasen-Detektionssystem. Mittels der Messung der Laufzeit des Ultraschallsignals vom Sender/Empfänger bis zu den Leckblasen kann das Leck auch lokalisiert werden. Damit gehört dieses Verfahren zu den wenigen automatischen Dichtheitsprüfverfahren mit Lokalisierungseigenschaft.

Ein Nachteil ergibt sich durch die nach der Prüfung notwendige Trocknung des Gussteils. In der Regel wird dieses Prüfverfahren für komplexere Gussteile wie z. B. Zylinderköpfe und artverwandte Teile angewendet.

Weiterführende Stichworte:
Dichtheitsprüfung
Differenzdruckprüfung
Überdruckprüfung

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