Formstoffsteuerung

Steuert die Zusammensetzung und damit die Eigenschaften von bentonitgebundenen Formstoffsystemen (Bentonitsanden). Damit nimmt die Formstoffsteuerung Einfluss auf Qualitätsabweichungen des Formstoffes als Ergebnis kontinuierlicher Überwachung und Prüfung des Formstoffkreislaufes (s. Formsandprüfung) wobei Einflussgrößen die bei der Formstoffprüfung ermittelt werden mit der Zielgröße (Gussstückqualität) verknüpft werden.

Im Wesentlichen kommen dabei folgende Methoden zum Einsatz:

1. Konventionelle Prüftechnologien
Nach vorgegebenen Zeiträumen werden die an Proben ermittelten Formstoffeigenschaften mit den technologisch vorgegebenen Werten verglichen und bei Bedarf im Formstoffkreislauf manuell korrigiert. Nachteil dieser Methode ist, dass sie keinen Einfluss auf den gesamten Prozess ausüben und auch kurzzeitige Schwankungen nicht berücksichtigen kann. Bei konventionellen Formverfahren kann jedoch auch mit dieser Art der Steuerung eine Konstanz der Formstoffeigenschaften innerhalb der vorgegebenen Grenzen sichergestellt werden.

2. Einsatz von Rechentechnik (offline)
Auch hier erfolgt die Formstoffprüfung manuell und zeitversetzt zur Fertigung. Allerdings werden durch den Einsatz von Computern entsprechende Algorithmen in Form von Einfluss- und Zielgrößen miteinander verknüpft. Das Reagieren auf Abweichungen vollzieht sich in größeren Zeitabschnitten. Einsetzbar ist diese Art der Formstoffsteuerung Fertigungssystemen mit niedriger bis mittlerer Prozessdynamik.

3. Präventive Formstoffsteuerung
Hier werden Steueroperationen die aus Prozessdaten (z. B. Sand/Eisenverhältnis oder thermische Belastung des Formstoffes) abgeleitet werden, präventiv, also noch bevor Änderungen der Formstoffqualität eingetreten sind, zur vorausschauenden Steuerung durchgeführt. Diese Steuerung erfolgt in der Regel mit Rechnern und gestattet die Zugaberaten einzelner Komponenten wie Bentonit, Kohlenstaub, Neusand usw. zu ermitteln. Damit verlagert sich der Prüfaufwand von der Formstoffprüfung zunehmend auf die Ermittlung und Umsetzung von Prozessdaten.

4. Formstoffsteuerung mit Hilfe automatischer Messwerterfassung (online)
Modernste automatisierte Formanlagen mit hohen und konstanten Anforderungen an die Formstoffqualität und der Möglichkeit sofort auf Veränderungen im Umlaufsystem reagieren zu können, zwingen zu automatisierter Messwerterfassung, rechnergesteuerter Datenauswertung und entsprechender Ausgabe von Dosiersignalen.

Hervorzuheben sind vor allem die Möglichkeit der automatischen Messwerterfassung und Steuerung der Formstofffeuchte sowie die Bestimmung der Altformstoffqualität (Restwassergehalt, Temperatur, Aktivton, Schlämmstoffgehalt.

Weiterführende Stichworte:

Formstoffbilanz
Formstoffmanagement
Formstoffrückgewinnung
Sandaufbereitung
Sandregenerierung


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