Leistungsfaktor

Der Leistungsfaktor (siehe auch Leistungsgrad) ist ein Maß für Verluste durch Abweichung von der geplanten Stückzeit, Verluste durch kleinere Ausfälle (also die Stillstände, die nicht in die Verfügbarkeit eingehen) und Leerläufen. Der Leistungsfaktor (z. B. angegeben in Stück/Stunde) wird zur Berechnung der Overall Equipment Effectiveness OEE (Gesamtanlageneffektivität GAE) heran gezogen und ist nach Glg. 1 wie folgt definiert:

Glg. 1:

 


Zu berücksichtigen ist, dass der Leistungsfaktor nur bezogen auf die Laufzeit und nicht auf die Betriebszeit berechnet werden darf. Während die Istleistung meist messbar ist, kann es in der betrieblichen Praxis häufig schwierig sein, eine Sollleistung als Vorgabewert zu ermitteln.

Sind keine Angaben des Maschinenherstellers verfügbar oder diese nicht realistisch, so empfiehlt es sich, das Konzept der „bestdemonstrierten Stückzeit“ zur Ermittlung der Sollleistung heran zu ziehen. Dabei werden die Produktionsgeschwindigkeiten der Produkte aus der Vergangenheit miteinander verglichen und die höchste Produktionsgeschwindigkeit als Sollleistung mit einem Wert von 100 % als Leistungsfaktor definiert. Allerdings eignet sich der so gewonnene Leistungsfaktor nicht zur Produktionsprogrammplanung. Der Faktor 1 stelle einen Spitzenwert dar, der regelmäßig nicht erreicht würde.

Bei Anlagen, die nur ein oder wenige Produkte herstellen, ist die Berechnung des Leistungsfaktors relativ einfach. Wird jedoch eine Vielzahl von unterschiedlichen Produkten auf einer Anlage gefahren, ist der Aufwand für die Ermittlung einer Vorgabezeit unter Umständen sehr hoch.

Eine moderne Software mit Prozessdaten- und Zeiterfassung erlaubt den Leistungsfaktor (Leistungsgrad) zu erfassen und zu visualisieren (siehe Efficiency Control Cockpit, Software-Module von Fill GmbH). 

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