Metallausbeute

Der Metallabbrand im Schmelzprozess (siehe Abbrandverlust) stellt einen unmittelbaren finanziellen Verlust für die Gießerei dar. Demgegenüber bedeutet eine erhöhte Metallausbeute des Schmelzofens eine verkürzte Zeitdauer des Return of Investment (ROI) der Anlage und stellt daher ein maßgebliches Kriterium für eine Investition dar.

Metallausbeute eines Aluminium-Schachtschmelzofens

Um den Gießereien belegtes Datenmaterial der Metallausbeute eines Schachtschmelzofens  zu liefern und sie fundiert beraten zu können, wurde durch StrikoWestofen an einer StrikoMelter®-Anlage eine Metall-Bilanzierung durchgeführt, bei der alle ein- und ausgehenden Massenströme am Ofen exakt verwogen wurden. Das Ziel war es, reproduzierbare Ergebnisse zur Metallausbeute zu erhalten, eine vollständige Metall-Bilanzierung durchzuführen und damit die Basis für eine Investitionsrechnung zu schaffen.

Das finanzielle Äquivalent eines Schmelzverlustes von 1 % bei einer Schmelz-leistung von 1 t/h im 3-Schicht-Betrieb beträgt ca. 100.000 €/Jahr. Als Basis dient ein Preis für Aluminium-Blockmaterial von 2.000 Euro/t (1. Quartal 2010) und einer jährlichen Schmelzzeit von 5.000 h.

Die Ergebnisse einer Untersuchung in einer Kundengießerei führten zu den in der Tabelle 1 angeführten Ergebnissen. Die Werte unterstreichen die Wirtschaftlichkeit dieses Ofentyps. Es sei angemerkt, dass die Metallausbeute nicht aus der Verwiegung der aus dem Ofen abgezogenen Krätze ermittelt wurde, sondern aus der Differenz zwischen Metall-Einwaage und -Auswaage. Durch Vergleich mit der Krätzemenge konnte ein geringer Zubrand bilanziert werden, der sich durch die Oxidation des Metalls während des Schmelzprozesses ergibt. Insgesamt wurde bei der Untersuchung eine geschlossene und vollständige Metall-Bilanzierung erreicht.

Die Untersuchungsergebnisse stellen Referenzwerte für Standardlegierungen dar (Anm.: Aluminium-Druckgusslegierungen). In der betrieblichen Praxis ist häufig kein unterbrechungsfreier Schmelzbetrieb zu erreichen. Unter Umständen muss mit einer geringen Qualität des Rücklaufmaterials gerechnet werden; das Material ist entweder verunreinigt oder stark flitterhaltig. Auch ist die Sorgfalt beim Ausrühren des Metalls auf der Schmelzbrücke in ihrer Auswirkung auf die Metallausbeute nicht zu unterschätzen. Die Auswertung von Schichtprotokollen ergibt eine etwa 0,5 % schlechtere Metallausbeute als die der Referenzmessung. Bei reinem Blockmaterial ist diese Differenz tendenziell etwas geringer, bei Rücklaufmaterial etwas höher.  

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