Schülpzeit

Höchstzulässige Gießzeit, in der die Form gefüllt sein muss, bevor es zur Schülpenbildung kommt. Sie sollte idealerweise auch in die Berechnung des Gieß- und Speisersystems einfließen.

Aus dem Schülpzeitdiagramm gehen zwei grundsätzliche Möglichkeiten zur Verringerung der Sandausdehnungsfehler bzw. zur Erhöhung der kritischen Schülpzeit hervor, nämlich Erhöhung der Nasszugfestigkeit und Verminderung von Druckspannungen.

Durch Formstoffzusätze, zulaufende Kernaltsand, Betriebswasser und wiederholten Sandumlauf wird die Lage des Betriebspunktes eines Nassgusssandes verändert. Hier bietet das Schülpendiagramm (Bild 1a) dem Gießer Möglichkeiten, Änderungen mit hoher Genauigkeit abzuschätzen und bei der Berechnung der Umläufe zu berücksichtigen. Eine Verkürzung der Schülpenzeit findet demzufolge aufgrund der Des- oder Überaktivierung des Bentonit statt und ist von der thermischen Beständigkeit, dem Versalzungswiderstand und dem Umlaufzustand eines Formstoffes abhängig (Bild 1b). Die Tabelle 1 zeigt Einflussgrößen auf Ausdehnungsfehler (Schülpen).

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass eine hohe Nasszugfestigkeit und damit eine geringe Fehlerneigung nur mit guten, vollaktivierten Bentoniten erreichbar sind (s. Aktivbentonit).

Weiterführende Stichworte:
Deckenschülpe
Grünsand
Sandausdehnung
Schülpentest

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