Schutzgas-Schweißverfahren

Schutzgas-Schweißverfahren für Aluminium

Das Schweißen mit Schutzgas ist das Schweißverfahren, mit dem sich die Besonderheiten beim Schweißen des Aluminiums sehr gut beherrschen lassen. Als Schutzgase dienen meist inerte Gase wie Argon (Güte 4.8) oder Argon-Helium-Gemische (s. Schweißschutzgas). Es gibt zahlreiche modifizierte Verfahren, die in der Praxis für bestimmte Schweißarbeiten angewendet werden.

Beim Schutzgas-Lichtbogenschweißen wird mit nicht abschmelzbarer Elektrode (WIG, siehe WIG-Verfahren, Bild 1) oder abschmelzender Elektrode (MIG, Abkürzung für Metall Inert Gas, Bild 2) gearbeitet.

Beim manuellen WIG-Fertigungsschweißen mit artgleichem Zusatzwerkstoff (s. Schweißzusatzwerkstoff) werden die in der Gießereipraxis aufgetretenen Gussfehler (Lunker, mechanische Beschädigungen, Maßabweichungen) beseitigt.

Für das Serienschweißen mit Gussstücken überwiegt wegen der hohen Schweißgeschwindigkeit das MIG-Verfahren. Dabei wird mit Gleichstrom und positiv gepolter Elektrode gearbeitet. Das MIG-Impulsschweißen arbeitet heute mit Robotern und Schweißparameter-Programmen um den Werkstoffübergang vom Draht zum Guss mit sehr unterschiedlichen Wanddicken zu kontrollieren.

Das Plasma-MIG-Verfahren mit seiner idealen Lichtbogenausbildung und Schutzgasabschirmung eignet sich für Anwendungen mit hohen Ansprüchen an Dichtigkeit, Oberflächenqualität und mechanischer Belastung, z. B. bei Hochspannungs-Schaltgehäusen (Schweißnaht in Bild 3).

Weiterführende Stichworte:
Schweißen von Aluminium
Schweißzusatzwerkstoffe
Schweißen von Druckgussteilen

Literatur:
DVS - Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V., DVS Merkblätter 0913-1 bis -3, www.dvs-aft.de
DVS 0913-1 MIG-Schweißen von Aluminium - Werkstoffspezifische Grundlagen
DVS 0913-2 MIG-Schweißen von Aluminium - Geräte, Prozesse, Hilfsstoffe
DVS 0913-2 MIG-Schweißen von Aluminium - Anwendungstechnische Hinweise

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