Magnetpulverprüfung

Oberflächenprüfung ferromagnetischer Werkstoffe, welche in DIN EN 1369, Gießereiwesen – Magnetpulverprüfung genormt ist und zum Nachweis von Rissen bzw. Defekten in Oberflächen oder oberflächennahen Bereichen von Gussstücken dient.

Ein magnetisches Material wird dabei magnetisiert, ein Magnetfeld wird aufgebaut und ein magnetischer Fluss in der Komponente erzeugt. Die magnetischen Kraftlinien fließen durch das Material und werden an den Polen eingeleitet bzw. treten dort aus. Fehlstellen wie Risse oder Hohlräume können den magnetischen Fluss nicht in gleichem Umfang unterstützen und wenn die Flusslinien die Fehlstelle treffen, wird ein Teil des Flusses nach außen in Luft streuen. Fein verteilte auf die Komponente aufgebrachte magnetische Partikel werden zu den Bereichen austretenden Flusses angezogen und erzeugen eine sichtbare Anzeige. Die magnetischen Partikel können trocken oder nass, in Lösung verteilt und gefärbt aufgebracht werden. Für empfindlichste Anwendungen, werden fluoreszierend beschichtete Partikel verwendet und die Prüfung erfolgt dann unter UV Licht.

Stromdurchflutung:
Bei der Stromdurchflutung wird das zu prüfende Werkstück von einem Strom durchflossen. Dieser Strom erzeugt ein ringförmiges Magnetfeld. Risse in Längsrichtung auf dem Prüfkörper liegen somit senkrecht zu den Magnetfeldlinien und erzeugen das nötige Streufeld, d. h. die Stromdurchflutung bringt "Längsrisse" zur Anzeige.

Felddurchflutung:
Im Unterschied zur Stromdurchflutung entsteht bei der Felddurchflutung ein magnetischer Fluss im Prüfgegenstand ohne dass in ihm Strom fließt.

Mit Hilfe einer oder mehrerer stromdurchflossener Spulen wird in einem U-förmigen Eisenjoch ein Magnetfeld erzeugt. In diesem Eisenjoch wird das Werkstück eingespannt. Dadurch entsteht ein Magnetfeld in Längsrichtung zum Bauteil.
Quer dazu liegende Risse, "Querrisse", bilden einen Streufluss und werden angezeigt.

Kombiniertes Verfahren:
Bei vielen Prüflingen lassen sich nicht nur Risse einer bestimmten Vorzugsrichtung erwarten. Dann sind entweder mehrere Prüfungen, das heißt auch mehrere Betrachtungen hintereinander oder kombinierte Rissprüfverfahren anzuwenden.

Die apparativ einfachste Kombination besteht aus einer Gleichstrom-Jochmagnetisierung und einer Wechselstromdurchflutung. Die Prüfgeräte sind so ausgeführt, dass über die Pole des magnetischen Joches gleichzeitig der Strom in das Werkstück eingeleitet wird. Dabei ist das magnetische Joch einmal elektrisch zu unterbrechen, um einen Nebenschluss zu verhindern.

Die Magnetpulverprüfung kann zum Nachweis von Rissen, Lunker, Überlappungen, nichtmetallischen Einschlüssen etc. eingesetzt werden. Die Empfindlichkeit bei der Magnetpulverprüfung hängt von der Magnetisierungsart, den elektromagnetischen Eigenschaften und den Oberflächenbedingungen des Prüfmaterials ab und gleichfalls von der Größe, Form und Ausrichtung des Fehlers ab.

Weiterführende Stichworte:
Rissprüfung
Farbeindringverfahren

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