Domkernprobe

Um die Bildung von Blattrippen bei unterschiedlichen Kernformstoffen, mit oder ohne Additive, nachzuvollziehen, werden Gießversuche in Domkernformen durchgeführt (Bild 1).

Dabei werden Domkerne aus den unterschiedlichen zu prüfenden Sandmischungen hergestellt und in eine entsprechende Form eingeklebt (Bild 1, oben). Nach dem Abguss kann dann die erhaltene Oberfläche ausgewertet werden (Bild 1, unten).

Die Ausdehnung von Formstoffen bzw. der Formteile beim Gießen und Erstarren ist eine entscheidende Ursache für zahlreiche Fehlererscheinungen an Gussstücken. Diese werden unter dem Begriff „Sandausdehnungsfehler“ zusammengefasst. Die Hitzeeinwirkung (Strahlung, Wärmeleitung) durch das einströmende Metall führt zur thermisch bedingten Expansion des Formstoffs (Sandausdehnung). In der Folge treten wegen der Temperaturunterschiede in den einzelnen Formteilzonen beträchtliche Spannungsunterschiede auf.

Überschreiten die mechanisch-thermischen Beanspruchungen (Spannungen) die Verformbarkeit und die Zugfestigkeit im Belastungsquerschnitt und ist das Gießmetall ausreichend fließfähig, um in die feinen Risse einzudringen, sind verschiedenartige Fehlererscheinungen am Gussteil (Warmrisse, Schülpen, Blattrippen u. a.) die Folge.

  • Bild 1: Domkernprobe; Form mit eingelegten Domkernen (oben) und Abguss zur Auswertung der Blattrippenneigung (unten)
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