Gießlöffel

Löffelförmiger Behälter zum Schöpfen und Gießen von flüssigen Metallen.

Gießlöffel werden sowohl beim Gießen kleinerer Sandgussstücke oder Kokillengusstücke verwendet als auch im automatisierten Sandguss, Kokillenguss und Druckguss. Beim automatisierten Guss werden die Gießlöffel an Gießrobotern und Gießmanipulatoren angebracht. Als Materialen für die Schöpflöffel werden verwendet:

Löffel aus hitzebeständigem Stahl, Stahlguss oder Gusseisen (Bild 1)

Diese müssen mit einer isolierenden Gießlöffelschlichte versehen werden, um ein Ankleben, einen Angriff und einen zu hohen Temperaturverlust der Schmelze weitestgehend zu verhindern. Die Löffel müssen vor dem Gießen gut angewärmt werden und im Betrieb nachgeschlichtet werden, da sonst Erosion und Eisenverunreinigungen auftreten können. Die Vorteile der metallischen Schöpflöffel liegen in ihrem vergleichsweise günstigen Preis ggü. keramischen Löffeln und der hohen Festigkeit, der Robustheit bzw. Unempfindlichkeit gegenüber mechanischer Einwirkung (wie z. B. Schlägen) bzw. der einfachen Befestigung an Robotern oder Gießmanipulatoren.

Löffel aus keramischem Verbundwerkstoff (feuerfestem Verbundmaterial, Bild 2)

Schöpflöffel aus keramischem Verbundmaterial gewinnen zunehmend an Bedeutung, da diese, trotz der ggü. metallischen Gießlöffeln geringeren Robustheit bei mechanischen Einwirkungen, folgende Vorteile bieten:

  • Niedriges Eigengewicht
  • Kein Vorwärmen erforderlich
  • Geringer Temperaturverlust
  • Ausgezeichnete Erosionsbeständigkeit
  • Geringe Benetzbarkeit durch Aluminium-Legierungen (ausgezeichnete Freigabe des Kellenrückstandes, die Löffel werden meist werkseitig mit Bornitrid-Beschichtung geliefert)
  • Keine Eisenverunreinigungen (siehe Eisennadeln)

Ausführungsbeispiele für keramische Löffel sind in Bild 2 ersichtlich, beispielhaft sind die technischen Daten eines keramischen Verbundmaterials in Tabelle 1 angeführt.

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