Badbewegung

Die in Induktionsöfen auf die Schmelze wirkenden elektromagnetischen Kräfte drängen die Schmelze in die Ofenmitte und lassen sie von dort nach oben steigen. Diese Umwälzung des Schmelzbades, die so genannte Badbewegung, wobei sich immer eine Kuppe (konvexe Badüberhöhung) bildet, sorgt für einen schnellen Wärme- und Stoffausgleich und erleichtert das Einrühren der von oben aufgegebenen kalten Einsatzmaterialien.

Es muss erwähnt werden, dass die Badbewegung stets von der Betriebfrequenz und Leistungsaufnahme des Ofens abhängig ist. Ist beispielsweise ein 5-t-Nf-Ofen mit 1000 kW (= 200 kW/t) nur mit 3 t gefüllt und die momentane Leistung beträgt 900 kW, so beträgt die spezifische Leistung 900/3 = 300 kW/t. Daraus folgt, dass eine entsprechend hohe Badbewegung erzielt wird. Mit anderen Worten: wenn ein Ofen aufgekohlt werden muss, sollte dies im teilgefüllten Zustand durchgeführt werden. Außerdem vermeidet die Badbewegung einen Wärmestau bzw. Überhitzung in der Randzone des Ofens (Energieübertragungszone).

Die Badbewegung ist von Vorteil für das Einschmelzen von spezifisch leichten Stoffen wie Späne, Stanzabfällen, auch das Legieren wird durch die Badbewegung begünstigt und letztlich bleibt noch eine gewisse Reinigungswirkung durch die Badbewegung zu erwähnen. Da durch die Badbewegung ein sich ständig erneuernde Kontakt der Schmelze mit der Atmosphäre besteht, ist eine erhöhte Neigung zur Sauerstoff- und Wasserstoffaufnahme (s. Wasserstofflöslichkeit) nicht zu vermeiden.

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