Basizität

Empirische Größe die in ihrer einfachsten Form das Gewichtsverhältnis von CaO und SiO2 in metallurgischen Schlacken ausdrückt. In der Praxis wird zur Beurteilung der Schlackenbasizität meist der folgende Basizitätsgrad B (auch Schlackenziffer genannt, Glg. 1) zugrunde gelegt:

Glg. 1:
B = frac{CaO + MgO}{SiO_2}

Bei einer Basizität von größer eins spricht man von basischen Schlacken und bei einer Basizität von kleiner eins von sauren Schlacken. Der Tonerdegehalt (Al2O3) wird in der Regel nicht berücksichtigt.

Eine basische Schlacke ist wegen der schwächeren FeO- und MnO-Bindung leichter auszureduzieren als eine saure mit höherer Bindung. Schlacken mit hoher Basizität weisen unter sonst vergleichbaren Bedingungen demzufolge einen geringeren FeO- und MnO-Gehalt auf. Je basischer eine Schlacke ist, umso intensiver ist die Aufkohlung. Die Schlacke übt hier selbst nur eine indirekte Wirkung aus, da sie selbst keinen Kohlenstoff zu lösen vermag. Bei basischen Schlacken ist der Abbrand an Silizium größer als bei sauren Schlacken, da das Oxid des Siliziums sauer reagiert, sich also mit basischen Komponenten leicht verbindet.

Der Basizitätsgrad einer sauren Kupolofenschlacke liegt bei 0,5 bis 0,7, der einer basischen Schlacke bei 1,5 bis 2, neutrale Schlacken weisen eine Basizität zwischen 0,7 bis 1,5 auf.

Nach F. Neumann lautet die Zusammensetzung einer typischen Kupolofenschlacke für den sauer ausgekleideten Ofen:

45 - 55 % SiO2
25 - 45 % CaO
8 - 15 % Al2O3
1 - 3 % MgO
1 - 4 % MnO
1 - 3 % FeO

Weiterführende Stichworte:
Neutrale Schlacke

Zurück zur Übersicht