Strangguss


Der Strangguss ist ein zuverlässiges Gießverfahren zur Herstellung von qualitativ anspruchsvollem Halbzeug in Form von Rohren, Bolzen, Voll-, Flach-, 4-, 6-, 8-kant-Stangen sowie Sonderprofilen. Mit diesem Verfahren werden NE-Metalle und ihre Legierungen, Schwermetall und -legierungen sowie Stahl- und Eisenlegierungen gegossen. Er zeichnet sich durch eine sehr gleichmäßige Zusammensetzung der Legierungsbestandteile aus, hat ein spannungsarmes Materialgefüge, ist rissunempfindlich und besitzt je nach Werkstoff eine hohe Dehnung. Diese Eigenschaften sorgen für eine hervorragende Funktionszuverlässigkeit, die gleichzeitig eine sehr gute mechanische Bearbeitbar- und Umformbarkeit zulässt.

Beim Strangguss sprich man im Gegensatz zum Blockguss von einem kontinuierlichen Verfahren. Dafür wird eine bodenlose gekühlte Kokille verwendet in die das flüssige Metall gegossen wird. Innerhalb der Kokille erstarrt die Strangschale die dann in Gießrichtung oszillierend abgezogen wird und den flüssigen Kern umschließt. Nach dem Verlassen der Kokille wird die Strangschale von Transportwalzen weiterbefördert und weiter mit Wasser gekühlt bis der Strang vollständig erstarrt ist. Anschließend wird er auf die gewünschten Teillängen abgetrennt. Entsprechend der Kokillenanordnung wird zwischen horizontalem und vertikalem Stranggießen (Bild 1) unterschieden.

Dadurch dass sich die Strangschale unter der Wirkung der Erstarrungschwindung von der Kokillenwand abhebt ist ein leichter Transport gegeben. Allerdings muss sie beim Verlassen der Kokille eine genügende Dicke haben um den metallostatischen Druck der Restschmelze entgegenzuwirken. Die Wasserkühlung der Kokille ist einer Primärkühlung gleichzusetzen, die weitere Kühlung (Sekundärkühlung) erfolgt durch Besprühen mit Wasser nach der Kokille.     

Strangguss aus Gusseisen mit Lamellengrafit und Gusseisen mit Kugelgrafit wird nach dem horizontalen Stranggießverfahren hergestellt. Im Bild 2 sind die drei wichtigen Baugruppen der horizontalen Stranggießanlage dargestellt: Ziehgefäß mit angeflanschter, schnell auswechselbarer, wassergekühlter Durchlaufkokille; Treib- und Ziehvorrichtung mit elektronischer Steuerung, sowie Trenn- und Abdrückvorrichtung. Die Durchlaufkokille als wichtigste Baugruppe bestimmt im Wesentlichen die Oberflächenqualität der gegossenen Stränge, Fehlerfreiheit, Gefügeausbildung und Gießgeschwindigkeit. Sie besteht aus Graphit und wird von einem wassergekühlten Mantel umschlossen (Bild 3).

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