Schwitzperle

Perlenförmige Ausschwitzungen die fest mit dem Gussteil verbunden sind und in Lunkern, Gasblasen, Hohlräumen, aber häufig auch an der Oberfläche von Gussteilen beobachtet werden.

Der Fehler ist mit freiem Auge sichtbar und kann bei allen Gusslegierungen auftreten, unabhängig vom Formverfahren, die niedrigschmelzende Bestandteile bzw. Eutektika enthalten.

Typische Beispiele sind Kupfer-Zinnlegierungen, kupferhaltige Aluminiumlegierungen oder phosphorreiche Eisenlegierungen. Die Schwitzperlen haben im Unterschied zur Spritzperle generell eine andere chemische Zusammensetzung und weisen andere Gefügebestandteile auf als das eigentliche Gussteil. So bestehen Schwitzperlen, beispielsweise bei Gusseisen mit Lamellengrafit, aus einem großen Teil Phosphideutektikum, sie werden dann auch als Phosphidperlen bezeichnet.

Bei Kupfer-Zinnlegierungen bestehen die Schwitzperlen vorwiegend aus geseigertem Zinn, bei kupferhaltigen Aluminiumlegierungen dagegen aus der Zusammensetzung des Al-Al2-Cu-Eutektikums. Treten die Schwitzperlen an der Oberfläche eines Gussteiles aus, so können sie gegen die Formwand gedrückt werden und dort verquetschen, so dass sie pflasterartig auf der Gussstückoberfläche aufliegen.

Die Schwitzkugelbildung ist eine Erscheinungsform der Makroseigerung (Druckseigerung, siehe auch Seigerung).

Nach der Erstarrung der Gefügegrundmasse noch flüssig gebliebene, niedrigschmelzende Bestandteile werden unter dem Druck der Schwindung oder dem Druck von Gasen (s. Gasblase), die bei der Erstarrung frei werden oder durch Formstoffreaktionen entstehen können, an der Gussstückoberfläche herausgepresst. Dieser Fall tritt umso leichter auf, je niedriger der Schmelzpunkt der wieder aufgeschmolzenen Phasen im Vergleich zur Solidustemperatur der betreffenden Legierung liegt.Durch rasche, gerichtete Erstarrung kann die Ausbildung von Schwitzperlen vermieden werden.

Weiterführende Stichworte:
Gussfehler
Formsandbedingte Gussfehler
Spritzperle
Spritzkugel

  • Bild 1: Schwitzperlen in einer ausgeprägten Gasblase an einem realen Gussteil aus Gusseisen mit Lamellengrafit
  • Bild 2: Grafitausbildung in der im Bild 1 gekennzeichneten Schwitzperle, Vergrößerung 100:1, ungeätzt
  • Bild 3: Grundgefüge der in Bild 1 gekennzeichneten Schwitzperle, deutlich ist das Phosphideutektikum zu erkennen, Vergrößerung 100:1, geätzt mit HNO3
  • Bild 4: REM-Detailaufnahme des Phosphideutektikums aus einer Schwitzperle mit eingezeichneten EDX-Messpunkt
  • Bild 5: EDX-Analyse des in Bild 4 gekennzeichneten Bereiches im Phosphideutektikum
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