Druckgussteil



Gussteil, das im Druckgießverfahren in einer geteilten metallischen Dauerform (Druckgießform) hergestellt wurde.

Das druckgießfähige und flüssige Metall bzw. die flüssige Gusslegierung (s. Druckgusslegierung) wird dabei unter hoher Geschwindigkeit und in den Formhohlraum gepresst und erstarrt unter hohem Druck rasch und mit hoher Wärmeabfuhr in der Dauerform. Druckgussteile zeichnen sich durch die hohe Oberflächengüte, Maßgenauigkeit und Endkonturnähe aus.

Der ZB-Innenrahmen für die Türen der DaimlerChrysler S-Klasse W221 wird aus der duktilen Druckgusslegierung Al Mg5Si2Mn hergestellt. Die konstruktiven Anforderungen sind mit sehr hoher Maßgenauigkeit und Freiheit von Verzug, Dünnwandigkeit bei großen Außenabmessungen verbunden. Eine hohe Bruchdehnung  - aus Gründen der Duktiliät im Crashfall - und problemlose Schweißbarkeit - durch das Verbinden mit einem Knetlegierungsprofil (Laserhybridverfahren) - sind ebenfalls vorgeschrieben. Hervorzuheben ist, dass diese Teile in drei unterschiedlichen Geometrien (Vordertüre und zwei Hintertürvarianten) in Stückzahlen von rd. 300.000 pro Jahr gefertigt werden. Dieses Konzept konnte durch die Substitution von Stahlblech durch Aluminium-Druckguss eine aufwendige Schweißkonstruktion ersetzen und stellt demzufolge eine wertschöpfungsoptimierte Konzeption dar.

Der Halterahmen für die Aufnahme der Bedienelemente auf die Lenksäule im Automobil zeigt die hohe Komplexität des Bauteiles sowie die „Schieber in Schieber“-Technik bei variierenden Wandstärken. Die serienmäßige Fertigung eines derart komplexen Gussteiles zeigt Zink-Druckguss in hoher Vollendung und nutzt dabei die Stärken des Werkstoffes Zink, insbesondere die Kriechfestigkeit.

Weiterführende Stichworte:

Druckgussrohteil
Gussstück

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