Exotherme Gemische

Thermitgemische welche zum Abdecken offener Speiser verwendet werden.

Sie enthalten Magnesium und Aluminium als brennbare Substanzen, Fe2O3, NaNO3, KNO3, SiO2 und andere als sauerstoffhaltige und -abgebende Stoffe sowie Schamotte und Perlit als reaktionsverzögernde Füllstoffe. Als Bindemittel dient in der Regel Wasserglas.

Für den Reaktionsverlauf spielen spezifische Bestandteile eine besondere Rolle. Nitrate erleichtern beispielsweise die Gemischzündung und beschleunigen den Abbrand. Obwohl Fluoride die Zündtemperatur herabsetzen sind sie heute in exothermen Gemischen auf Grund der Deponieproblem des Altsandes nicht mehr erwünscht.

Exotherme Speiserabdeckungen (s. a. Exotherme Kappen) werden nach dem Gießen auf die Schmelze im offenen Speiser aufgegeben. Sie erzeugen bei Berührung mit der Schmelze Wärme und verhindern damit ein vorzeitiges Einfrieren des Speisers. Die Wärmeabgabe erfolgt auf Grund einer aluminothermischen oder ähnlichen Umsetzungsreaktion der Heizmasse beispielsweise nach folgender Gleichung (Glg. 1):

Glg. 1 Fe_2O_3 + 2Al ightarrow Al_2O_3 + 855 kJ/mol

Die erzeugte Wärme dient dabei nicht zur Aufheizung des flüssigen Metalls im Speiser, sondern lediglich zur Kompensation der Wärmeverluste.

Eine andere Form der Verwendung von exothermen Gemischen sind exotherme Heizkissen. Diese, aus formbaren exothermen Speiserheizmassen hergestellten Formeinsätze, dienen zum längeren Warmhalten der Schmelze an bestimmten Stellen des Gussstückes, z. B. unterhalb von Speisern.

Weiterführende Stichworte:
Exotherme Reaktion
Exotherme Speiser
Isolierender Speisereinsatz

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