Formimpfung

Zusatz keimwirksamer Stoffe zur Schmelze direkt in der Form um das Erstarrungsverhalten bzw. die Gefügeausbildung im Gusszustand gezielt zu beeinflussen.

Dabei werden in der Regel sogenannte Formimpflinge beim Einsatz für den maschinengeformten Guss (Bild 1ASK Chemicals Metallurgy GmbH) und Impfblöcke (Bild 2ASK Chemicals Metallurgy GmbH) für den Handformguss verwendet. Bild 3 (ASK Chemicals Metallurgy GmbH) zeigt Formimpflinge und deren Anwendung im Eingusssystem, Bild 4 (ASK Chemicals Metallurgy GmbH) Impfblöcke und beispielhaft deren Einbau im Gießbassin (s. a. Einguss).

Die Formlinge werden unter Beachtung der Auflösungszeit der Formlinge, der Gießzeit und des Gießgewichtes ausgewählt. Formimpfung bedeutet eine optimale Spätimpfung "ohne" merklichen Abklingeffekt. Dieses Formimpfen ist sowohl für kleine dünnwandige Teile als auch für Handformguss für Gussstücke bis über 200 t anwendbar.

Neben der Anwendung in einer Kernmarke werden auch speziell geformte Formimpflinge zum Einlegen vor bzw. auf einen Gießfilter angeboten. Eine spezielle Form der Kombination von Impfling und Filter ist der sogenannte Kombifilter, bei dem der Impfling in einen Filter eingebracht ist (Bild 5).

Die Vorteile der Formimpfung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Impfmenge ist ziemlich genau auf die Gussstückmasse abgestimmt.
  • Der Abklingeffekt der Impfung ist praktisch null.
  • Die Auflösung des Impfmittels erfolgt unter Luftabschluss.
  • Durch die Impfung wird die Grafitkugelzahl erhöht bzw. bei Gusseisen mit Lamellengrafit eine feine Grafitausbildung (A-Grafit) gefördert.
  • Die Herstellung von GJS-400 oder GJS-400-18 LT/RT im Gusszustand ist durch Erhöhung der Kugelzahl und des Ferritanteils möglich (Einsparung einer Wärmebehandlung).
  • Der Bildung von Seigerungen wird entgegengewirkt.

Weiterführende Stichworte:
Impfdraht
Impfkörper
Impfmitteleinschlüsse
Langzeitimpfmittel
Magnesiumabklingen

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