Martensitpunkt

Startpunkt der Martensitbildung.

Die Kinetik der Austenitumwandlung kann man in einem Zeit-Temperatur-Umwandlungsdiagramm (ZTU-Diagramm) darstellen (Bild). In dem ZTU-Diagramm sind der Zeitpunkt des Anfangs und der des Endes der Austenitumwandlung (Austenitzerfall, Martensitbildung) als Funktion der Temperatur wiedergegeben, und zwar sind die Temperatur auf der Ordinate und der Logarithmus der Zeit auf der Abszisse abgetragen. Anfang- und Endpunkt des Zerfalls sind definitionsgemäß auf 1 bzw. 99 % Umsatz festgelegt. Die Form des ZTU-Diagramms und der Martensitpunkt Ms (Startpunkt der Martensitbildung) hängen vom Kohlenstoffgehalt ab, dieser muss deshalb als Parameter gegeben sein.

Die Ms-Temperatur hängt von der Zusammensetzung des Austenits ab. Mit steigendem Kohlenstoffgehalt wird sie zu tieferen Temperaturen verschoben. In Legierungen mit höherem Kohlenstoffgehalt, vor allem bei übereutektoiden Stählen, die von Temperaturen oberhalb der ES-Linie abgeschreckt wurden, ist der Restaustenitgehalt sehr beträchtlich. Durch Zusatz von Legierungselementen (z. B. Mangan oder Nickel) kann der Ms-Punkt unter Raumtemperatur herabgedrückt werden. Bei solchen Legierungen bleibt der Austenit nach sehr schroffer Abkühlung auf Raumtemperatur mehr oder minder vollständig erhalten.

Mit steigender Unterkühlung unter den Perlitpunkt nimmt die Umwandlungstendenz zu. Dabei nimmt die Keimbildungsgeschwindigkeit zu und die Keimwachstumsgeschwindigkeit ab. Daraus resultiert die typische C-Form der Zerfallskurve im ZTU-Diagramm.

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