Oxidationsgrad

Der Oxidationsgrad kennzeichnet den Sauerstoffgehalt in einer Schmelze. Hier unterscheidet man zwischen gelösten und gebundenen Sauerstoff (Oxide als Schlacke in der Schmelze). Die Summe aus beidem ist der Gesamtsauerstoff der Schmelze, welcher durch Heißextraktion analytisch bestimmbar ist.

Durch Desoxidation kann der Sauerstoffgehalt in der Schmelze abgebaut werden. Im Gegensatz dazu wird er durch Oxidation oder oxidierendes Schmelzen erhöht.

In grau erstarrenden Gusseisenlegierungen ist der Oxidationsgrad ein wichtiges Qualitätsmerkmal und wird üblicherweise durch die thermische Analyse bestimmt. Er kann Ursache für Gussfehler sein und in weiten Grenzen variieren.

Wenn die Neigung zu Gasblasen und Schlackenbildung steigt, liegen oft überoxidierte Schmelzen (Oxidationsgrade > 60 %) vor; Gusseisenschmelzen mit Oxidationsgraden Lunker).

Liegt der Oxidationsgrad bei ca. 50 % ist auch ein speiserloses Gießen möglich. Bei überoxidierten Schmelzen kann der Sauerstoffgehalt durch Zusatz desoxidierend wirkender Impfmittel (SiC, FeSi) gesenkt werden.

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