Trockener Schuss

Druckgießen ohne Schmelze.

Beim trockenen Schuss bewegt sich der Gießkolben in die leere Gießkammer. Dadurch ergibt sich bei gleicher Schussventilstellung eine höhere Geschwindigkeit als beim Gießen mit einer Schmelze. Die Ermittlung der Kolbengeschwindigkeit vmax bei dieser Einstellung (Trockenschussgeschwindigkeit) dient zur Maschineneinstellung.

Bei vollständig geöffnetem Geschwindigkeitsregelventil (Stetigventil) wird die maximale Kolbengeschwindigkeit vmax erreicht. Im p-Q2-Diagramm (Bild 1) lässt sich dann bei bekannter Gießkolbenfläche A0 nach Glg. 1 der maximale Volumenstrom Qmax als äußerst rechter Punkt der Maschinenkennlinie errechnen bzw. bestimmen (d. h. der Kolben erreicht vmax, der Metalldruck ist dabei 0).

Glg. 1: Q_{max} = v_{max} cdot A_0 bzw. Q_{max} lbrack frac{l}{s} brack = frac{v_{max} lbrack frac{m}{s} brack cdot A_0 lbrack mm^2 brack}{1000}

Qmax = Maximaler Volumenstrom; A0 = Gießkolbenfläche; vmax = maximale Gießkolbengeschwindigkeit

Die Maschinenkennlinie ist daher die Verbindungsgerade zwischen dem statischen Metalldruck nach beendigter Gießkolbenbewegung und dem maximalen Volumenstrom, der das Produkt von Gießkolbenfläche und Kolbengeschwindigkeit beim trockenen Schuss (ohne Metall) darstellt.

Ein kompletter Gießzyklus mit trockenem Schuss wird als Leerschuss, Trockenschuss oder Leerarbeitsspiel bezeichnet.

Literatur:
Brunhuber E., Praxis der Druckgussfertigung, Schiele & Schön, Berlin.

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